| Allergenreduziertes Gärtnern | ![]() |
Gartenspaß auch für Allergiker möglich
Gärtnern ist wohl eines der beliebtesten Hobbys. Auch aus medizinischer Sicht ist Gartenarbeit empfehlenswert, denn Bewegung an frischer Luft hält Herz und Kreislauf in Schwung und stärkt das Immunsystem. Leider befinden sich in der „frischen“ Luft auch Allergene: Pollen, Sporen und Blütendüfte. Über die Atemwege und die Haut aufgenommen, können sie Allergikern zu schaffen machen. Doch wenn sie einige Dinge beachten, können sich auch Allergiker unbeschwert am Garten freuen.
Diagnose und Karenz
Um zielgerichtete Maßnahmen ergreifen zu können, ist es wichtig zu wissen, welche Pflanze oder Schimmelpilze es im Einzelnen sind, die die Beschwerden auslösen. Notieren Sie Ihre Beobachtungen, führen Sie ein „Symptom-Tagebuch“ und lassen Sie bei einem Allergologen Allergietests durchführen. Da man Allergenen, die sich über die Luft verbreiten, nicht vollständig entgehen kann - manche Pollen fliegen kilometerweit -, wird der Arzt wahrscheinlich zu einer medikamentösen Behandlung und/oder einer Spezifischen Immuntherapie (Hyposensibilisierung) raten. Auf jeden Fall sollten Sie mit ihm besprechen, wie schwerwiegend Ihre Allergie ist und welche Maßnahmen angemessen sind. Nicht immer ist eine Allergie die Ursache. Menschen mit empfindlichen Atemwegen oder empfindlicher Haut reagieren mitunter mit allergieähnlichen Symptomen oder Verschlimmerungen auf reizende und irritative Stoffe wie Staub, Erde, Düngemittel, Schweiß.
Wenn Sie wissen, welche Pflanze bei Ihnen durch ihre Pollen, den Duft oder beim Berühren Beschwerden auslösen, werden Sie sicher nicht zögern, sie aus Ihrem Garten zu verbannen. Bei hoher Empfindlichkeit kann es auch den Aufwand lohnen, Pflanzen der gleichen Pflanzenfamilie wegen möglicher Kreuzallergien auszutauschen. Schauen Sie auch über den Zaun und versuchen sie ggf. den Nachbarn auch zum Pflanzenaustausch zu bewegen. Bieten Sie an, den Austausch bzw. einen finanziellen Ausgleich zu übernehmen.
Geeignete Zeiten für den Gartenaufenthalt wählen
Wer gegen Frühblüher allergisch ist (Haselnuss, Erle, Pappel, Birke, Eiche) ist gut beraten, möglichst viele Gartenarbeiten schon im Herbst und Frühwinter zu erledigen: Kompost umsetzen und ausbringen, Neupflanzungen, Bäume und Sträucher beschneiden, Verblühtes abschneiden, Stauden teilen und verpflanzen, Unkraut entfernen, Rasen vertikutieren und evtl. mit speziellem Herbstdünger versorgen, sodass eine Düngung im zeitigen Frühjahr nicht nötig ist, Stiefmütterchen pflanzen usw.
Pollenallergien im Sommer sind meist auf Gräser, Roggen und/oder Kräuter zurückzuführen. Hier ist es sinnvoll, den Rasen besonders häufig zu mähen oder besser mähen zu lassen (vielleicht auch im Nachbargarten), eher zurückhaltend zu düngen und Unkraut frühzeitig zu entfernen, sodass die Pflanzen gar nicht erst zum Blühen kommen.
Nutzen Sie den Service der Pollenflugvorhersage und informieren Sie sich über das Wetter und die Intensität des aktuellen Pollenflugs, bevor Sie zur Gartenarbeit schreiten und verschieben Sie die Arbeiten gegebenenfalls. An windigen und sonnigen Tagen sind naturgemäß besonders viele Pollen in der Luft. Windstille, trübe und feuchte Tage eignen sich besser, die meisten Blüten sind dann geschlossen.
Ein weiterer Faktor für die Stärke der Pollenbelastung ist die Tageszeit. Vor 8 Uhr morgens sind relativ wenig Pollen unterwegs, desgleichen zwischen dem späten Vormittag und dem frühen Abend an windstillen Tagen, weil Pollen und Pilzsporen mit der sich erwärmenden Luft in höhere Luftschichten aufsteigen und erst abends von der sich abkühlenden Luft wieder nach unten transportiert werden.
Regen reinigt die Luft und stoppt die Pollenschleudern für eine Weile. Allerdings: Bei Regen sinken die Pollen zwar kurzfristig zu Boden, aber am Anfang eines Schauers werden sie durch die Tropfen aufgebrochen und setzen die im Inneren enthaltenen Allergene frei.
Übrigens: Schwere körperliche Arbeit sowie ein hoher Ozongehalt der Luft steigern die Empfindlichkeit.
Atemwege und Haut schützen
Zum Schutz der Atemwege sind spezielle Masken im Handel (auch für Brillenträger), notfalls kann auch ein feuchtes, dichtgewebtes Tuch gute Dienste leisten.
Den Augen bietet eine Brille Schutz, z.B. eine Sonnenbrille, besser noch eine Arbeits- oder Fahrradbrille.
Die Gartenbekleidung sollte möglichst viel vom Körper bedecken (lange Hose, langärmeliges, hochgeschlossenes Oberteil, Kopfbedeckung, Handschuhe). Sie sollte nur im Garten getragen und häufig gewaschen werden. Als Material sind glatte, Schmutz abweisende Stoffe zu wählen, z.B. Microfaser (Multifunktionskleidung).
Tragen Sie konsequent Handschuhe bei der Gartenarbeit. Auf dem Blumengroßmarkt in Hamburg leiden beispielsweise 30 Prozent der Beschäftigten an einer Kontaktallergie gegen Chrysanthemen. Auch Kontaktallergien gegen Primeln, Astern, Löwenzahn, Arnika, Löwenzahn, Narzissen und Tulpenzwiebeln sind in Gärtnerkreisen weit verbreitet1.
Beschränken Sie den Einsatz von „Pflanzenschutzmitteln“ und sonstigen Chemikalien so weit es geht, sie können giftig, allergisierend, reizend und irritierend wirken.
Und - wenn Ihre Pollen fliegen oder wenn Sie Pilzsporen krank machen: die Wäsche nicht im Garten trocknen.
Gartengestaltung
Der Sitzplatz sollte sich an einem windstillen Platz in der Nähe des Hauses befinden.
Dichte Hecken halten die Polleninvasion teilweise zurück, das Schneiden sollte dann allerdings eine nicht allergische Person übernehmen. Begrünte Holz- oder Flechtzäune sind eine Alternative.
Steinmauern/Trockenmauern, begrünt mit Steingartenpflanzen, sind ein allergenarmes Gestaltungselement.
Eine Rasenfläche muss nicht unbedingt sein. Mit Steingartenpflanzen, Bodendeckern und Kies-/Stein-/Holzflächen lässt sich ein Garten durchaus attraktiv gestalten, wie diverse Gartenbücher anschaulich machen. Liegt keine Schimmelpilzallergie vor, ist auch ein Wasserbecken empfehlenswert. Für Spielflächen sind spezielle Bodenbeläge im Handel.
Wenn die Symptome beim Aufenthalt im Garten durch eine Schimmelpilzallergie verursacht werden (Pilzsporen sind im Sommer und Herbst besonders zahlreich), sollten die sonst so biologisch sinnvollen Vorgänge, die Fäulnis erzeugen, wie Mulchen und Kompostieren, überdacht werden: es geht ggf. auch ohne. Auf jeden Fall sollte ein geschlossenes Kompostiersystem gewählt und weit entfernt vom Sitzplatz aufgestellt werden.
Pflanzenauswahl
Birke, Erle, Haselnuss, Beifuß und Wegerich sind außerordentlich allergenpotent und haben im Allergikergarten nichts zu suchen. Darüber hinaus kann man vorsichtshalber zusätzlich zur krankmachenden Pflanze, Pflanzen der gleichen Pflanzenfamilie vermeiden.
Bei hoher Empfindlichkeit des Gartenliebhabers und nach Rücksprache mit dem Arzt kann es im Einzelfall auch angemessen sein, bei der Pflanzenauswahl grundsätzlich auf Pollenarmut und ein geringes Allergierisiko zu achten. Hier ist allerdings Augenmaß von Nöten, denn Stress und psychische Belastung schwächen das Immunsystem - und den Gartenspaß!
Wer einen „pollenreduzierten Garten“ anstrebt, sollte folgende Pflanzen bevorzugen:
Insektenbestäubende Pflanzen statt windbestäubende,
Pflanzen mit geschlossenen Blüten und versteckten Pollen (z.B. Löwenmäulchen),
Pflanzen mit gefüllten Blüten (z.B. Pfingstrosen),
Großblütige Pflanzen mit schweren Pollen (z.B. Mohn, Rosen),
Pflanzen mit Blüten, die sich erst abends öffnen (z.B. Nachtkerzen),
Weibliche Formen von zweihäusigen Pflanzen, denn sie entwickeln keine Pollen.
Samen, die „pollenarm“ gezüchtet wurden. Dies ist ggf. auf der Samentüte angegeben.
Ein erhöhtes allergologisches Risiko (statistisch) wird in der Literatur u.a. für folgende Pflanzen angegeben:
Birke, Haselnuss, Erle, Eiche, Ahorn,
Seidelbast/Daphne, Liguster, Schwarzer Holunder, Flieder, Sommerflieder,
Efeu, Glycine, Knöterich,
Ziergras, Primel, Flockenblume, Mädchenauge, Sonnenhut, Lilie, Margerite, Echte Schafgarbe,
Ringelblume, Sonnenblume, Geranie, Gartenfuchsschwanz, Tausendschönchen, Gänseblümchen, Kornblume, Schmuckkörbchen/Cosmea, Ziertabak, Levkoje, Studentenblume/Tagetes.
Als eher unproblematisch werden u.a. genannt:
Kastanie und Linde, die weibliche Form von Ahorn, Weide und Pappel, Obstbäume, Magnolie,
Deutzie, Forsythie, Perückenstrauch, Zierquitte, Weigelie, Spierstrauch,
Geißblatt/Lonicera, Waldrebe/Clematis, Schwarzäugige Susanne, Karuzinerkresse,
Besenheide, Dickmännchen, Braunelle, Steinbrech, Silberwurz,
Zitrusgewächse, Schmucklilie/Agapanthus, Blumenrohr/Canna, Kamelien, Schönmalve,
Rosen, gefüllte Pfingstrosen, Hortensien,
Duft-Veilchen, Akelei, Iris, Taglilie, Mohn, Lupine, Roter Fingerhut, Astilben, Lampionblume, Glockenblume, Rittersporn, Felberich, Storchschnabel, Bartfaden,
Vergissmeinnicht, Lobelie, Stiefmütterchen, Petunie, Löwenmäulchen, Fleißiges Lieschen, Begonie, Kapuzinerkresse, Gartenverbene, Salvie, Klatschmohn.
Impressum:
Gisela Nickel, PureNature-Redaktion, Juni 2006
Verwendete Literatur:
Lucy Huntington, Das Gartenbuch für Allergiker, vgs-Verlag, 1999.
1 Information des Pressedienstes von: Ärzteverband Deutscher Allergologen e. V.; Deutsche Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie e. V.; Gesellschaft für Pädiatrische Allergologie und Umweltmedizin e. V., April 2006.
www.wdr.de / WDR5 Service Pflanzen vom 4.6.2005.
www.hausinfo.ch / hausinfo Garten, gelesen 9.6.2006.
Erstellt: Mai 2006
Gärtnern ist wohl eines der beliebtesten Hobbys. Auch aus medizinischer Sicht ist Gartenarbeit empfehlenswert, denn Bewegung an frischer Luft hält Herz und Kreislauf in Schwung und stärkt das Immunsystem. Leider befinden sich in der „frischen“ Luft auch Allergene: Pollen, Sporen und Blütendüfte. Über die Atemwege und die Haut aufgenommen, können sie Allergikern zu schaffen machen. Doch wenn sie einige Dinge beachten, können sich auch Allergiker unbeschwert am Garten freuen.
Diagnose und Karenz
Um zielgerichtete Maßnahmen ergreifen zu können, ist es wichtig zu wissen, welche Pflanze oder Schimmelpilze es im Einzelnen sind, die die Beschwerden auslösen. Notieren Sie Ihre Beobachtungen, führen Sie ein „Symptom-Tagebuch“ und lassen Sie bei einem Allergologen Allergietests durchführen. Da man Allergenen, die sich über die Luft verbreiten, nicht vollständig entgehen kann - manche Pollen fliegen kilometerweit -, wird der Arzt wahrscheinlich zu einer medikamentösen Behandlung und/oder einer Spezifischen Immuntherapie (Hyposensibilisierung) raten. Auf jeden Fall sollten Sie mit ihm besprechen, wie schwerwiegend Ihre Allergie ist und welche Maßnahmen angemessen sind. Nicht immer ist eine Allergie die Ursache. Menschen mit empfindlichen Atemwegen oder empfindlicher Haut reagieren mitunter mit allergieähnlichen Symptomen oder Verschlimmerungen auf reizende und irritative Stoffe wie Staub, Erde, Düngemittel, Schweiß.
Wenn Sie wissen, welche Pflanze bei Ihnen durch ihre Pollen, den Duft oder beim Berühren Beschwerden auslösen, werden Sie sicher nicht zögern, sie aus Ihrem Garten zu verbannen. Bei hoher Empfindlichkeit kann es auch den Aufwand lohnen, Pflanzen der gleichen Pflanzenfamilie wegen möglicher Kreuzallergien auszutauschen. Schauen Sie auch über den Zaun und versuchen sie ggf. den Nachbarn auch zum Pflanzenaustausch zu bewegen. Bieten Sie an, den Austausch bzw. einen finanziellen Ausgleich zu übernehmen.
Geeignete Zeiten für den Gartenaufenthalt wählen
Wer gegen Frühblüher allergisch ist (Haselnuss, Erle, Pappel, Birke, Eiche) ist gut beraten, möglichst viele Gartenarbeiten schon im Herbst und Frühwinter zu erledigen: Kompost umsetzen und ausbringen, Neupflanzungen, Bäume und Sträucher beschneiden, Verblühtes abschneiden, Stauden teilen und verpflanzen, Unkraut entfernen, Rasen vertikutieren und evtl. mit speziellem Herbstdünger versorgen, sodass eine Düngung im zeitigen Frühjahr nicht nötig ist, Stiefmütterchen pflanzen usw.
Pollenallergien im Sommer sind meist auf Gräser, Roggen und/oder Kräuter zurückzuführen. Hier ist es sinnvoll, den Rasen besonders häufig zu mähen oder besser mähen zu lassen (vielleicht auch im Nachbargarten), eher zurückhaltend zu düngen und Unkraut frühzeitig zu entfernen, sodass die Pflanzen gar nicht erst zum Blühen kommen.
Nutzen Sie den Service der Pollenflugvorhersage und informieren Sie sich über das Wetter und die Intensität des aktuellen Pollenflugs, bevor Sie zur Gartenarbeit schreiten und verschieben Sie die Arbeiten gegebenenfalls. An windigen und sonnigen Tagen sind naturgemäß besonders viele Pollen in der Luft. Windstille, trübe und feuchte Tage eignen sich besser, die meisten Blüten sind dann geschlossen.
Ein weiterer Faktor für die Stärke der Pollenbelastung ist die Tageszeit. Vor 8 Uhr morgens sind relativ wenig Pollen unterwegs, desgleichen zwischen dem späten Vormittag und dem frühen Abend an windstillen Tagen, weil Pollen und Pilzsporen mit der sich erwärmenden Luft in höhere Luftschichten aufsteigen und erst abends von der sich abkühlenden Luft wieder nach unten transportiert werden.
Regen reinigt die Luft und stoppt die Pollenschleudern für eine Weile. Allerdings: Bei Regen sinken die Pollen zwar kurzfristig zu Boden, aber am Anfang eines Schauers werden sie durch die Tropfen aufgebrochen und setzen die im Inneren enthaltenen Allergene frei.
Übrigens: Schwere körperliche Arbeit sowie ein hoher Ozongehalt der Luft steigern die Empfindlichkeit.
Atemwege und Haut schützen
Zum Schutz der Atemwege sind spezielle Masken im Handel (auch für Brillenträger), notfalls kann auch ein feuchtes, dichtgewebtes Tuch gute Dienste leisten.
Den Augen bietet eine Brille Schutz, z.B. eine Sonnenbrille, besser noch eine Arbeits- oder Fahrradbrille.
Die Gartenbekleidung sollte möglichst viel vom Körper bedecken (lange Hose, langärmeliges, hochgeschlossenes Oberteil, Kopfbedeckung, Handschuhe). Sie sollte nur im Garten getragen und häufig gewaschen werden. Als Material sind glatte, Schmutz abweisende Stoffe zu wählen, z.B. Microfaser (Multifunktionskleidung).
Tragen Sie konsequent Handschuhe bei der Gartenarbeit. Auf dem Blumengroßmarkt in Hamburg leiden beispielsweise 30 Prozent der Beschäftigten an einer Kontaktallergie gegen Chrysanthemen. Auch Kontaktallergien gegen Primeln, Astern, Löwenzahn, Arnika, Löwenzahn, Narzissen und Tulpenzwiebeln sind in Gärtnerkreisen weit verbreitet1.
Beschränken Sie den Einsatz von „Pflanzenschutzmitteln“ und sonstigen Chemikalien so weit es geht, sie können giftig, allergisierend, reizend und irritierend wirken.
Und - wenn Ihre Pollen fliegen oder wenn Sie Pilzsporen krank machen: die Wäsche nicht im Garten trocknen.
Gartengestaltung
Der Sitzplatz sollte sich an einem windstillen Platz in der Nähe des Hauses befinden.
Dichte Hecken halten die Polleninvasion teilweise zurück, das Schneiden sollte dann allerdings eine nicht allergische Person übernehmen. Begrünte Holz- oder Flechtzäune sind eine Alternative.
Steinmauern/Trockenmauern, begrünt mit Steingartenpflanzen, sind ein allergenarmes Gestaltungselement.
Eine Rasenfläche muss nicht unbedingt sein. Mit Steingartenpflanzen, Bodendeckern und Kies-/Stein-/Holzflächen lässt sich ein Garten durchaus attraktiv gestalten, wie diverse Gartenbücher anschaulich machen. Liegt keine Schimmelpilzallergie vor, ist auch ein Wasserbecken empfehlenswert. Für Spielflächen sind spezielle Bodenbeläge im Handel.
Wenn die Symptome beim Aufenthalt im Garten durch eine Schimmelpilzallergie verursacht werden (Pilzsporen sind im Sommer und Herbst besonders zahlreich), sollten die sonst so biologisch sinnvollen Vorgänge, die Fäulnis erzeugen, wie Mulchen und Kompostieren, überdacht werden: es geht ggf. auch ohne. Auf jeden Fall sollte ein geschlossenes Kompostiersystem gewählt und weit entfernt vom Sitzplatz aufgestellt werden.
Pflanzenauswahl
Birke, Erle, Haselnuss, Beifuß und Wegerich sind außerordentlich allergenpotent und haben im Allergikergarten nichts zu suchen. Darüber hinaus kann man vorsichtshalber zusätzlich zur krankmachenden Pflanze, Pflanzen der gleichen Pflanzenfamilie vermeiden.
Bei hoher Empfindlichkeit des Gartenliebhabers und nach Rücksprache mit dem Arzt kann es im Einzelfall auch angemessen sein, bei der Pflanzenauswahl grundsätzlich auf Pollenarmut und ein geringes Allergierisiko zu achten. Hier ist allerdings Augenmaß von Nöten, denn Stress und psychische Belastung schwächen das Immunsystem - und den Gartenspaß!
Wer einen „pollenreduzierten Garten“ anstrebt, sollte folgende Pflanzen bevorzugen:
Insektenbestäubende Pflanzen statt windbestäubende,
Pflanzen mit geschlossenen Blüten und versteckten Pollen (z.B. Löwenmäulchen),
Pflanzen mit gefüllten Blüten (z.B. Pfingstrosen),
Großblütige Pflanzen mit schweren Pollen (z.B. Mohn, Rosen),
Pflanzen mit Blüten, die sich erst abends öffnen (z.B. Nachtkerzen),
Weibliche Formen von zweihäusigen Pflanzen, denn sie entwickeln keine Pollen.
Samen, die „pollenarm“ gezüchtet wurden. Dies ist ggf. auf der Samentüte angegeben.
Ein erhöhtes allergologisches Risiko (statistisch) wird in der Literatur u.a. für folgende Pflanzen angegeben:
Birke, Haselnuss, Erle, Eiche, Ahorn,
Seidelbast/Daphne, Liguster, Schwarzer Holunder, Flieder, Sommerflieder,
Efeu, Glycine, Knöterich,
Ziergras, Primel, Flockenblume, Mädchenauge, Sonnenhut, Lilie, Margerite, Echte Schafgarbe,
Ringelblume, Sonnenblume, Geranie, Gartenfuchsschwanz, Tausendschönchen, Gänseblümchen, Kornblume, Schmuckkörbchen/Cosmea, Ziertabak, Levkoje, Studentenblume/Tagetes.
Als eher unproblematisch werden u.a. genannt:
Kastanie und Linde, die weibliche Form von Ahorn, Weide und Pappel, Obstbäume, Magnolie,
Deutzie, Forsythie, Perückenstrauch, Zierquitte, Weigelie, Spierstrauch,
Geißblatt/Lonicera, Waldrebe/Clematis, Schwarzäugige Susanne, Karuzinerkresse,
Besenheide, Dickmännchen, Braunelle, Steinbrech, Silberwurz,
Zitrusgewächse, Schmucklilie/Agapanthus, Blumenrohr/Canna, Kamelien, Schönmalve,
Rosen, gefüllte Pfingstrosen, Hortensien,
Duft-Veilchen, Akelei, Iris, Taglilie, Mohn, Lupine, Roter Fingerhut, Astilben, Lampionblume, Glockenblume, Rittersporn, Felberich, Storchschnabel, Bartfaden,
Vergissmeinnicht, Lobelie, Stiefmütterchen, Petunie, Löwenmäulchen, Fleißiges Lieschen, Begonie, Kapuzinerkresse, Gartenverbene, Salvie, Klatschmohn.
Impressum:
Gisela Nickel, PureNature-Redaktion, Juni 2006
Verwendete Literatur:
Lucy Huntington, Das Gartenbuch für Allergiker, vgs-Verlag, 1999.
1 Information des Pressedienstes von: Ärzteverband Deutscher Allergologen e. V.; Deutsche Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie e. V.; Gesellschaft für Pädiatrische Allergologie und Umweltmedizin e. V., April 2006.
www.wdr.de / WDR5 Service Pflanzen vom 4.6.2005.
www.hausinfo.ch / hausinfo Garten, gelesen 9.6.2006.
Erstellt: Mai 2006










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