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Nahrungsmittelallergie

Hilfe bei Nahrungsmittelallergien und – sensitivitäten


20% der Menschen in Deutschland leiden unter Nahrungsmittelallergien oder -unverträglichkeiten. In den USA ist die Diagnostik seit den 60igern von Medizinern intensiv erforscht worden. Dort geht man von über 50% der Bevölkerung mit Nahrungsmittelallergien aus. Die Symptome sind sehr individuell und können die Lebensqualität auf vielfältige Weise mindern. Sie können physischer, wie auch psychischer Art sein. Manche Symptome zeigen sich sofort, andere erst 3 Tage nach dem Verzehr.


Nahrungsmittelallergien, bei denen jemand plötzlich Ausschlag bekommt, oder der Bauch anschwillt sind landläufig bekannt. Diese sichtbaren Reaktionen können sich nach Genuss eines Nahrungsmittels wie z. B. Milch, Erdnüssen oder Krustentieren einstellen. Die meisten Reaktionen auf Nahrungsmittel laufen jedoch nicht so offensichtlich ab und das verursachende Allergen bleibt unerkannt.
Ein Ignorieren der Symptome führt unter Umständen zu chronischen oder degenerativen Erkrankungen. Die konstante Belastung kann zu einer derartigen Schwächung des Immunsystems führen, dass der Körper beginnt sein eigenes Gewebe zu attackieren. Lupus und rheumatische Arthritis sind zwei Beispiele solcher Autoimmunerkrankungen, die durch simple Allergien ausgelöst werden können.

Die Möglichkeiten der Behandlung
Welche Möglichkeiten hat ein Betroffener seine Essgewohnheiten soweit zu ändern, dass er beschwerdefrei wird? Ausser den vielfachen Methoden der oft langwierigen und schwierigen Desensibilisierung bietet Karenz die sicherste Möglichkeit. Diese Karenz ist durch eine gezielte Diät wie die Eliminations- und Rotationsdiät erreichbar.

Eliminationsdiät
Die Eliminationsdiät ist ein kostengünstiger Weg die eigenen Nahrungsmittel-sensitivitäten und Allergien festzustellen.

Schritt I: Identifizieren des Auslösers
Erstellen Sie eine Liste der Nahrungsmittel die Heisshunger auslösen, einen euphorisch fühlen lassen, ermüden, erschöpfen und die Nahrungsmittel, die fast jeden Tag gegessen werden. Werden viele Fertignahrung konsumiert, sollten folgende Zutaten mit auf die Liste: Zucker, Weizen, Soja, Hefe und künstliche Farb- und Konservierungsstoffe.
Wenn regelmässig Alkohol, Cola, schwarzer Tee oder Kaffee getrunken wird muss dies ebenfalls auf die Liste. Nahrungsergänzungsmittel die häufig oder täglich eingenommen werden, sollten auf Allergene und Farbstoffe hin kontrolliert werden.
Nun müssen alle in Verdacht stehenden Nahrungsmittel für 2 bis 3 Wochen vollständig gemieden werden. So lange dauert es, das Körpersystem von Allergenen zu reinigen. Andere versteckte Allergene in nicht vollständig deklarierter Supermarkt-Nahrung sollten durch Essen aus biologischer Nahrung ersetzt werden. Die Diät darf nicht durch Mogeln gebrochen werden, da bereits geringste Spuren eines allergieauslösenden Nahrungsmittels das Ergebnis des Tests beeinträchtigt.

Schritt II: Erkennen des Auslösers und Beobachtung der Symptome
Nach 2 bis 3 Wochen tritt eine dramatische Besserung ein. An diesem Punkt angelangt wird das in Verdacht stehende Nahrungsmittel wieder in die Diät eingeführt. Jedoch eines nach dem anderen! Es sollten 4 Tage zwischen jedem wieder eingeführten Nahrungsmittel liegen, um die Reaktionen auf das einzelne Nahrungsmittel identifizieren zu können. Dann folgt das ausschliessliche Essen einer grossen Menge des in Verdacht stehenden Nahrungsmittels zum Frühstück. Wenn trotz des Genusses Symptomfreiheit weiterbesteht, sollte eine weitere Portion des Nahrungsmittels zum Mittagessen gegessen werden. Die aufkommenden Symptome sollten in ein Tagebuch eingetragen werden. Sie werden in physische, emotionale und mentale Symptome unterteilt. Wichtig ist auch das Beobachten potentieller „Entzugssymptome“ die normalerweise auf ein anfängliches „High“ folgen, sowie auf verspätete Reaktionen.

Werden keine Reaktionen gegenüber dem in Verdacht stehenden Nahrungsmittel in den folgenden 4 Tagen verspürt, liegt wahrscheinlich keine Allergie dagegen vor. Sollten Symptome bemerkt werden, wird dieses Nahrungsmittel in eine neue Liste eingetragen: Ihre Nahrungsmittelallergien.

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Rotationsdiät
Die alten Gewohnheiten zu brechen ist hart:
Nachdem festgestellt wurde auf welche Nahrungsmittel eine Allergie vorliegt, werden diese für einen Zeitraum zwischen 3 Monaten und 1 Jahr komplett vom Speiseplan eliminiert.

Dies wird in den allermeisten Fällen die Sensibilität gegenüber dem Allergen brechen und dem Immunsystem eine Chance zur Erholung und Wiederaufbau geben. Die ersten 2-3 Tage werden jedoch die Härtesten, da man starke Sucht- und Entzugssymptome entwickelt. Dem sollte man bisher unbekannte leckere oder gern gegessene vertragene Nahrungsmittel entgegensetzen.
Die Rotationsdiät ist ein heilender Essplan der auf vier Prinzipien basiert:
1. Essen von vollwertigen unbehandelten Nahrungsmitteln
2. Vielfältige Nahrung
3. Rotieren der Nahrungsmittel und
4. Nahrungsmittelfamilien

Durch das abwechselnde Essen von Nahrungsmitteln wird dem Körper die Chance gegeben sich von allergieauslösenden Nahrungsmitteln während des Zeitraumes von 4-7 Tagen zu erholen, bevor sie erneut gegessen werden. Nahrungsmittel der gleichen Nahrungsmittelfamilie können in kürzeren Abständen rotiert werden. Beispielsweise Nahrungsmittel aus der Familie der Nachtschattengewächse, wie Kartoffel, Paprika, Tomaten und Aubergine, sollten aber nicht öfter als alle zwei Tage gegessen werden. Geduld und Persistenz sind der Schlüssel zum Erfolg einer Rotationsdiät. Es kann jedoch Monate dauern, bis sich eine gute Rotation einstellt. Die Geduld lohnt sich jedoch, denn der Körper dankt es mit Wohlbefinden und neuer Leistungskraft. Sehr hilfreich und zeitsparend kann die Erstellung einer Rotationsdiät durch eine Ernährungsberaterin oder Umweltklinik sein.

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Häufige Symptome bei Nahrungsmittelallergien
Ausschlag
Aggression
Arthritis
Asthma
Atembeschwerden
Benommenheit
Candida
Coloitis
Durchfall
Depressionen
Ekzeme
Erschöpfung
Geschwüre
Hyperaktivität
intestinale Beschwerden
Kopfschmerzen
Konzentrationsstörungen
Migräne
mentale Verwirrtheit
Nasenlaufen,...
Sinusprobleme
Sehstörungen
Schwellungen
Übergewicht


Häufige Nahrungsallergene
Weizen
Milchprodukte
Mais
Zucker
Soja
Hefe
Kaffee
Tee
Alkohol
Schweinefleisch
Eier
Schokolade
Cola
Rindfleisch
Fisch
Krustentiere
Künstliche Zusatzstoffe
Konservierungsmittel
Geschmacksverstärker (MSG)
Zitrusfrüchte
Nachtschattengewächse (Tomaten, Kartoffeln)
Zuckeraustauschstoffe (Aspartam, Saccharine)

Anmerkung:
Diese Abhandlung wurde geschrieben, um Interessierten einen Überblick zu verschaffen und ist nicht als Therapieempfehlung zu verstehen. Jede Diät sollte mit dem behandelnden Arzt vorher abgesprochen werden. Menschen mit schweren oder lebensbedrohlichen Reaktionen auf Nahrungsmittel sollten keine Eliminationsdiät durchführen.



Impressum:
Autor: Silvia Müller
Erstellt: 30.7.2003
Literatur/Leitlinien/EBM: DGAI/ÄDA/DAAU:
Robert Buist PhD., Food Chemical Sensitivity, Avery Publishing Group Inc., 1988
Dr. Ian Gatfield, Was sind industriell hergestellte Aromen, H&R Aromen
Truth in labeling Campaign, Chicago, www.truthinlabeling.org
B.F. Feingold, Why is your child hyperactive, New York: Random House, 1977
Ron Roberts, Judy Sammut; Asthma: An Alternative Approach, Keats Publishing, 1996
Jacqueline Krohn M.D., France Taylor, Erla Mae Larson; The Whole Way to Allergy Relief & Prevention, Hartley & Marks, 1991
Doris Rapp, Is this your child? Quill William Morrow, New York, 1991
Jacqueline Krohn M.D., France Taylor; Natural Detoxification, Hartley & Marks, 2000
Lynn Lawson, Staying well in a Toxic World, Noble Press Chicago, 1994
Doris Rapp, Is this your child’s world? Bantam Books, 1996
Natalie Golos, William J. Rea, Success in the Clean Bedroom, Pinnacle Publishers, 1992
William J. Rea; Chemical Sensitivity, Volume II, Lewis Publishers, 1994
Weißbuch der Allergie. Medizin & Wissen, 2000.
Merk, H.F. : Allergologie. Bechtermünz-Verlag, 2000.
Referenzen:
Fachinformationsdienst Lebenswissenschaften Umwelt und Gesundheit des GSF
Jacqueline Krohn M.D., France Taylor; Natural Detoxification, Hartley & Marks, 2000
Sidney MacDonald Baker, Detoxification & Healing: The Key to Optimal Health, Keats Publishing, Inc. 1997
Ron Roberts, Judy Sammut; Asthma: An Alternative Approach, Keats Publishing, 1996
William H. Philpott, Dwight K. Kalita; Brain Allergies, Keats Publishing, 2000
Syd Baumel, Dealing with Depression Naturally, Keats Publishing, 1995
William J. Rea; Chemical Sensitivity, Volume I, Lewis Publishers, 1992
William J. Rea; Chemical Sensitivity, Volume II, Lewis Publishers, 1994
William J. Rea; Chemical Sensitivity, Volume III, Lewis Publishers, 1996
William J. Rea; Chemical Sensitivity, Volume IV, Lewis Publishers, 1997
Jacqueline Krohn M.D., France Taylor, Erla Mae Larson; The Whole Way to Allergy Relief & Prevention, Hartley & Marks, 1991
Elizabeth Lipski, Digestive Wellness, Keats Publishing, 1996
Doris Rapp, Is this your child? Quill William Morrow, New York, 1991
Doris Rapp, Is this your child’s world? Bantam Books, 1996
Natalie Golos, William J. Rea, Success in the Clean Bedroom, Pinnacle Publishers, 1992

Copyright: PureNature




 


 



Die Informationen dürfen auf keinen Fall als Ersatz für professionelle Beratung oder Behandlung durch einen Arzt angesehen werden. Der Inhalt von PureNature kann und darf nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.