Information & Beratung
Telefonisch unter
01805-808585 (14ct/min)
Einkaufshilfen
ONLINEKATALOG
Jetzt online blättern
NEWSLETTER
Jetzt anmelden und Gutschein im Wert von 5 € sichern!
SERVICEHOTLINE
Mo - Fr von 9 bis 17 Uhr
0800-100399
zurück - Fallen für Latexallergiker
Fallen für Latexallergiker

Bekannte und unbekannte Fallen für Latexallergiker




Bekannte und unbekannte Fallen für Latexallergiker

Latexallergien haben in den vergangenen Jahrzehnten durch Regelungen, beispielsweise im medizinischen Bereich, zwar abgenommen, jedoch nur geringfügig. In dieser bestimmten Berufsgruppe ist eine Allergie auf Latex wegen der starken bis vollständigen Einschränkung sogar als Berufskrankheit anerkannt.
In der Allgemeinbevölkerung reagieren 2-3 % allergisch auf Latex. Manche sogar so schwer, dass sie bei geringstem Kontakt Schockreaktionen bis zu Anaphylaxie befürchten müssen. Latex ist in vielen Alltagsprodukten und in Nahrungsmitteln enthalten. Wissenschaftler vom Leatherhead Food International Institut fanden bei einer Testreihe heraus, dass ein Drittel der untersuchten Verpackungen für Nahrungsmittel Latex enthielten. In manchen Fällen trat durch die Verpackung eine Kontaminierung des Nahrungsmittels mit Latex ein.



Allergie auf Latex ist häufig
Latexallergie ist in Medizinberufen sehr verbreitet, schätzungsweise 15% der Mitarbeiter reagieren auf das Naturmaterial. Für manchen Mediziner oder Krankenschwester ist die Allergie so schwerwiegend, dass sie sie die berufliche Existenz kostet. Die Ursache für diese breitflächige Verbreitung waren hauptsächlich gepuderte Latexhandschuhe, die mittlerweile verboten sind. In der Allgemeinbevölkerung liegt der Anteil der gegen Latex sensibilisierten Menschen bei 2-3 %, doch die Dunkelziffer ist hoch.

Symptome Latexallergie
Symptome auf Latex können vielfältig sein. Klassisch treten Quaddeln, Rötungen, Juckreiz und Ekzeme auf. Es werden aber auch asthmaähnliche Symptome beobachtet. Niese und Fließschnupfen gehören ebenfalls dazu. Bei schweren Fällen wird über Schockreaktionen und Anaphylaxie auf Latex berichtet.

Latex ist Teil unseres Alltags
Im Alltag haben es Betroffene schwer, weil das Allergen weit verbreitet ist. Schuhe, Handschuhe, Matratzen, Dispersionsfarbe, Teppichkleber, Luftballons, Pflaster, BHs, Radiergummis, Kondome, Kleberücken von Briefmarken können Latex enthalten. Vermeidung ist die Therapie der Wahl, was im Alltag nicht leicht fällt. Steht beispielsweise eine Operation in einem OP an, ist ein Kontakt kaum zu vermeiden. Selbst wenn das OP-Team Vinylhandschuhe trägt, ist der OP doch meist mit Latexpartikeln kontaminiert. Kliniken mit latexfreien OPs gibt es bisher noch selten.

Lebensmittel – die Tücke des Objekts
Tückisch können auch vor allem Kreuzallergien zu Nahrungsmitteln für den Betroffenen sein. Tomate, Kartoffel, Melone, Kiwi, Ananas, Papaya, Walnuss können u.a. für Latexallergiker ein Problem darstellen. Doch selbst wenn ein Betroffener auf diese Nahrungsmittel verzichtet, ist ein Restrisiko vorhanden, denn englische Wissenschaftler haben jüngst herausgefunden, dass Lebensmittelverpackungen recht häufig Latex enthalten. In manchen Fällen ist der Latexgehalt so hoch, dass ein darin verpacktes Nahrungsmittel mit Latex kontaminiert sein kann. Der Zusatz von Latex erfolgt aus Materialspargründen, da sich die mit dem Naturgummi beschichteten Folien leicht an die Nahrungsmittel anlegen. Aus lebensmittelhygienischen Gründen mag diese Art der Verpackung unproblematisch sein, für Latex-Allergiker, deren Zahl in den letzten Jahren zugenommen hat, kann dies jedoch unter Umständen einen schwere Asthmaanfall oder im schlimmsten Fall eine Schockreaktion auslösen.

Latex in Nahrungsmitteln gefunden
Die englische Food Standards Agency, eine von der Regierung im Jahr 2000 eingesetzte Verbraucherschutzbehörde, untersuchte 21 Typen von Verpackungen auf ihren Latexgehalt Wer sich in Lebensmittelgeschäften und Supermärkten umschaut, muss feststellen, es gibt kaum noch ein Produkt, das nicht in Kunststoff verpackt ist. Untersucht wurden Süßigkeiten, Obst und Gemüse, Fleisch, Gebäck und Milchprodukte.

Mit einer besonderen Messeinrichtung ist das englische Forschungsinstitut „Leatherhead Food International“ in der Lage, Latex, bereits in niedrigsten Konzentrationen ab 5 bis 10 ng/ml nachzuweisen. Die Wissenschaftler wurden fündig. Sieben von einundzwanzig Kontaktmaterialien enthielten Latex, das in unterschiedlicher Menge auch in die Nahrungsmittel eingedrungen war. Die höchste gemessene Konzentration fand sich bei Schokoladenkeksen mit einer Konzentration von 20ng/ml. In der Verpackung betrug die Konzentration sogar 85ng/ml. Eine noch höhere Menge Latex enthielt die Verpackung von Eiskrem mit 370ng/ml. Das Eis selbst war aber nur mit 14ng/ml belastet, was für Hypersensible jedoch genügt, um eine Reaktion auszulösen.

Therapie oder Gesetze eine Lösung?
Latexallergie lässt sich schwierig behandeln. Eine totale Vermeidung (Karenz) zu diesem dieses Allergieauslösers ist fast undurchführbar, wie das Beispiel Lebensmittelverpackungen deutlich zeigt. Im medizinischen Bereich ist es noch tragischer. Ein Latexallergiker, der Notfallhilfe wegen eines anaphylaktischen Schocks auf Latex erhalten muss, kommt nicht selten in die Lage, dass er eine zweite Schockreaktion erlebt, weil der Notfallarzt keine latexfreie Ausstattung bei sich hat.

Portugiesische Ärzte berichteten 2003 über eine spezifische Immuntherapie zur stufenweisen Desensibilisierung, wobei das Allergen in ansteigender Dosis über einen längeren Zeitraum verabreicht wird. Für Schwerstbetroffene oder Personen, die bereits mit Anaphylaxie auf Latex reagieren, ist diese Therapieart jedoch wegen des hohen Risikos nicht möglich. Demzufolge sind strikte Gesetze die einzige Lösung, um Betroffene in manchen Bereichen zu schützen. Für Notfälle sollten Betroffene sich mit einer Notfallplakette, die am Arm oder um den Hals getragen wird, sowie durch Vermerke in allen Krankenakten bei ihren Ärzten ihrer Arztkartei und in ihrem Allergiepass schützen.

Impressum:
Autor: Silvia Müller, PureNature Redaktion, August 2006
Literatur: Deadly Latex evading lax food labeling laws, Chemistry & Industry, Press Release, 7. August 2006
Erstellt: 30.08.06







Die Informationen dürfen auf keinen Fall als Ersatz für professionelle Beratung oder Behandlung durch einen Arzt angesehen werden. Der Inhalt von PureNature kann und darf nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.